Gustafsson: „Eine sehr reizvolle Aufgabe!“

Um 10.30 Uhr stand der neue Trainer der THOMAS SABO Ice Tigers zum ersten Mal mit seiner Mannschaft auf dem Eis. In der 90-minütigen Trainingseinheit machte sich Bengt-Ake Gustafsson die ersten Eindrücke von seiner Mannschaft, stets begleitet von Co-Trainer Tray Tuomie, von dem Gustafsson viel hält, wie er auf der Pressekonferenz am Nachmittag verriet: „Tray ist ein guter, positiver Mensch. Für mich ist es wichtig, jemanden zu haben, der schon alle Spieler kennt.“ Gustafsson, der erste schwedische Trainer in der DEL seit Gunnar Leidborg, stellte fest, dass es „in der Mannschaft viele gute Schlittschuhläufer gibt, aus denen ich ein richtig gutes Team bauen will.“

Bis zum Spiel gegen die Straubing Tigers am Dienstagabend bleibt dem neuen Cheftrainer der Ice Tigers zwar nicht mehr viel Zeit für große Veränderungen, „wir werden aber erst mal kleine Sachen ändern und eine defensivere Box spielen. Ich hoffe, dass wir morgen einen Schritt machen können.“ Grundsätzlich setzt Gustafsson aber auf ein so genanntes Puck-Possession-Hockey, will also möglichst die Kontrolle über das Spiel selbst übernehmen. „Wenn man die Scheibe hat, kann man Tore schießen“, bringt es Gustafsson auf den Punkt.

Für Manager Lorenz Funk war der Trainerwechsel eine nötige Maßnahme, um die Mannschaft nach den Entwicklungen der letzten Woche und dem Abrutschen in der Tabelle wieder auf die Spur zu bringen, wie er den Journalisten sagte: „Es ist ganz klar, dass man das nicht gerne macht und man sich das ganz anders vorgestellt hat. Wenn im Profisport die Erwartungen nicht erfüllt werden und man viel weniger Punkte hat als man sich das vorgestellt hat, ist man gezwungen, etwas zu ändern. Die Mannschaft hat verunsichert gewirkt und ihre Linie und den Glauben an sich verloren. Wir sind überzeugt davon, dass das die richtige Entscheidung war und blicken jetzt positiv nach vorne.“

Mit Bengt-Ake Gustafsson, der 2006 mit der schwedischen Nationalmannschaft erst Olympiasieger und dann auch noch Weltmeister wurde und sein Amt mit dem Gewinn der Bronze-Medaille vier Jahre später niederlegte, haben die Ice Tigers einen Trainer verpflichtet, der weiß, wie man gewinnen kann. Für Gustafsson war die Entscheidung, die Ice Tigers zu trainieren, „nicht schwierig, denn das ist eine sehr reizvolle und interessante Aufgabe hier, auf die ich mich sehr freue“. Erst am gestrigen Sonntag traf er sich mit Lorenz Funk, der am Wochenende das Open-Air-Spiel der schwedischen Liga besuchte, in Stockholm und brachte seine Sachen gleich mit.

Auf dem Papier haben die Ice Tigers laut Gustafsson eine „richtig gute Mannschaft, aus der man viel machen kann“, was er natürlich als seine Hauptaufgabe in den kommenden Wochen sieht. Die spielfreie Woche nach dem Straubing-Spiel wird Gustafsson dazu nutzen, der Mannschaft seine Philosophie und sein System beizubringen. „Man kann nicht von einem Tag auf den anderen komplett anders spielen, deswegen werde ich für nur Details verändern und hoffe, dass wir dem Gegner damit nicht mehr so viele einfache Tore geben“, sagt Gustafsson.

Fotos: Steffen Riese