1:2 - Eine großartige Saison endet in Spiel 6

Nach den zwei Demonstationen von unbändigem Willen und Charakter und dem 2:3-Anschluss in der Serie mussten die THOMAS SABO Ice Tigers am Sonntagnachmittag in Spiel 6 vor ausverkauften Rängen erneut gewinnen, um sich die Chance auf ein entscheidendes Spiel 7 zu wahren. Eine Hiobsbotschaft erreichte die Ice Tigers im Vorfeld des Spiels: Yasin Ehliz musste verletzt aussetzen. Für ihn rückte Marc El-Sayed ins Team. In einer temporeichen Anfangsphase gab es zunächst nur wenige nennenswerte Aktionen, erst nach einem Bullygewinn von Marc El-Sayed und dem folgenden Schlagschuss von Derek Joslin kam mehr Action in die Partie (3.). Die Ice Tigers erspielten sich nun ein deutliches Übergewicht, Alexander Oblinger hatte die nächste Möglichkeit mit einem Handgelenkschuss von der rechten Seite, scheiterte aber an Felix Brückmann im Wolfsburger Tor. Die beste Gelegenheit der ersten zehn Minuten hatte Steven Reinprecht nach einem harten Diagonalpass von Patrick Buzas auf Reinprechts Kelle. Reinprecht zog über die linke Seite zum Tor und schoss aufs kurze Eck, Brückmann passte aber auf und parierte den Schuss (7.). Das erste Überzalspiel der Partie erhielten die Ice Tigers nach einer Strafe gegen Jeff Likens. Matt Murley kam aus dem Slot zum Abschluss, Brückmann reagierte aber gut. In der 11. Minute leitete Leo Pföderl mit einem geblockten Schuss die nächste Chance ein, Steckel kam an den Abpraller nach Pföderls Schuss, schoss aber aus der Drehung knapp vorbei. Da Sebastian Furchner in der 19. Minute mit einem Schlagschuss von der rechten Seite an Beskorowany scheiterte, blieb es nach 20 Minuten beim torlosen Unentschieden.

14:4 Torschüsse hatten die Statistiker im ersten Drittel notiert, die Ice Tigers hatten es aber verpasst, daraus Kapital zu schlagen. Ins zweite Drittel starteten die Grizzlys mit mehr Energie, Kurtis McLean hatte die erste Möglichkeit, als er die Kelle in eine Hereingabe von Vincenz Mayer hielt, Beskorowany warf sich aber rechtzeitig auf die Scheibe. Als Sasa Martinovic und Brent Aubin auf der Strafbank saßen, kam Patrick Reimer zur ersten Nürnberger Chance im zweiten Drittel, aus spitzem Winkel schoss er aber knapp vorbei (23.). Ab der 25. Minute erkämpften sich die Grizzlys ein leichtes Chancenplus, Fabio Pfohl schoss nach einem feinen Pass von Jeff Likens nur knapp vorbei. Pfohl war es auch, der nur 30 Sekunden später die nächste gute Wolfsburger Chance hatte, er traf freistehend aber nur den Außenpfosten. In der 27. Minute kam Sebastian Furchner an die Scheibe, fuhr kurz ins Nürnberger Drittel und jagte einen Schlagschuss halbhoch ins lange Eck zur 0:1-Führung für Wolfsburg. Die Ice Tigers taten sich zunehmend schwer, gegen die kompakte Wolfsburger Defensive Chancen zu erspielen und wirkten phasenweise auch ein wenig müde wegen der intensiven Playoff-Spiele der vergangenen Wochen. Die große Chance zum Ausgleich bot sich den Ice Tigers in der 35. Minute bei einer doppelten Überzahl, beide Schussversuche von Patrick Reimer wurden aber von den Grizzlys geblockt. In der 36. Minute kam es dann zum Knackpunkt der Partie: Kurtis Foster konnte die Scheibe gegen Jimmy Sharrow nicht im Wolfsburger Drittel halten, Sharrow lief auf und davon und bezwang Beskorowany mit einem platzierten Schuss in den Winkel - 0:2 für Wolfsburg.

Es war also wieder ein Zwei-Tore-Rückstand, den die THOMAS SABO Ice Tigers im letzten Drittel aufholen mussten. Wie in den letzten Spielen starteten die Ice Tigers auch diesmal mit viel Energie in den Schlussabschnitt und hatten nach einer Strafe gegen Tyler Haskins sogar in Überzahl die Chance, auf 1:2 zu verkürzen. Die Grizzlys überstanden die zwei Minuten zwar schadlos, neun Sekunden später schlug der Puck aber endlich im Wolfsburger Tor ein. Patrick Reimer spitzelte die Scheibe im Fallen in den Slot, Dany Heatley holte aus und jagte den Puck unhaltbar zum 1:2 in den Winkel (44.). Nur kurz nach dem Anschluss sahen sich die Ice Tigers einer Unterzahlsituation gegenüber, überstanden diese aber schadlos. In der 49. Minute starteten die Ice Tigers die Schlussoffensive, Leo Pföderl zog von der rechten Seite gefährlich ab, Brückmann musste abprallen lassen, Matt Murley scheiterte aber mit dem Nachschuss am Wolfsburger Schlussmann. Nur Sekunden später kam Kurtis Foster zu einer Doppelchance, aber auch er konnte Brückmann nicht überwinden. Die Zeit lief Nürnberg mehr und mehr davon, die Ice Tigers machten aber weiter viel Druck und kamen in der 54. Minute über David Steckel zu einer Riesenchane. Aus kurzer Distanz brachte Pföderl den Puck zum Tor, Steckel stocherte zweimal nach, Brückmann hielt mit dem linken Schoner aber Stand. Zwei Minuten vor Schluss stand der Wolfsbuger Torhüter erneut im Mittelpunkt, als Leo Pföderl und Dany Heatley aus kurzer Distanz zu den nächsten Riesenchancen kamen, Brückmann behielt aber die Übersicht. Sekunden vor Schluss, als Beskorowany sein Tor zugunsten des sechsten Feldspielers verlassen hatte, kam Patrick Reimer im Slot noch einmal zu einer aussichtsreichen Direktabnahme, scheiterte aber ebenfalls am überragenden Brückmann. Es war die letzte Nürnberger Chance der Saison, Wolfsburg rettete das knappe 2:1 über die Zeit und gewann die Serie damit mit 4:2.

Nach dem Spiel blieben fast alle der 7.646 Zuschauer in der Halle, um die aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft der Ice Tigers zu feiern. Es war ein passendes Schlussbild der Saison 2015/16 für die THOMAS SABO Ice Tigers: Fans und Mannschaft als eine Einheit.

Stimmen zum Spiel:

Pavel Gross: Natürlich sind wir überglücklich, dass wir das Spiel heute gewonnen haben. Die Nürnberger hatten das Momentum nach den zwei Siegen. Darüber haben wir gestern auch geredet. Im ersten Drittel kam Nürnberg stark aus der Kabine, aber meine Jungs haben viele Schüsse geblockt. Der Knackpunkt war das Tor von Jimmy Sharrow bei doppelter Unterzahl. In den letzten zwei Minuten haben wir clever gespielt, in den letzten Sekunden hatte Felix Brückmann zwei Riesensaves. Glückwunsch an die Nürnberger und deren Coaches, das waren sechs sehr enge Spiele, letztlich haben die Kleinigkeiten entschieden.

Martin Jiranek: Im ersten Drittel hatten wir unsere Chancen, sie aber nicht ausgenutzt. In dieser Saison hatten wir im zweiten Drittel öfter Probleme und die Scheibe verloren. Das 0:2 nach dem zweiten Drittel war die Geschichte des Spiels. Wir haben wieder versucht, zurückzukommen, es ist aber jedes Mal verdammt schwer. Man braucht enormes Glück, um das dreimal hintereinander zu schaffen. Die Chancen waren da, es hat aber leider nicht geklappt. Wir sind stolz auf die Spieler, die die Serie unbedingt gewinnen wollten. Es ist bitter für uns, ich glaube, wir hätten mehr verdient gehabt.
 

 

  1. 2. 3. OT PS Ergebnis
Ice Tigers 0 0 1 - - 1
Grizzlys Wolfsburg 0 2 0 - - 2

 

Tore:
Spielstand Zeit Torschütze 1. Assistent 2. Assistent Bemerkung
0:1 26:14 Furchner Haskins
0:2 35:12 Sharrow 4:5-Unterzahl
1:2 43:38 Heatley Reimer
Strafen:
Ice Tigers 10 Min
Grizzlys Wolfsburg 12 Min
Allgemeine Informationen:
Zuschauer: 7646
Schiedsrichter: Marian Rohatsch, Gordon Schukies