Aktuelles Interview mit Thomas Sabo

23. April 2018 Interviews ·

Vor dem Start des Dauerkartenverkaufs am Mittwoch haben wir uns mit Thomas Sabo über den aktuellen Stand der Kaderplanung, die „Retired Numbers“ und die Preisstruktur der Dauerkarten unterhalten.

Die Planungen bei den Ice Tigers laufen ja bereits auf Hochtouren. Am Sonntag wurde mit Brandon Buck der erste Neuzugang bekannt gegeben. Auf was dürfen sich die Fans noch freuen?

Thomas Sabo: Zunächst möchte ich betonen, dass uns einige Spieler verlassen haben, die über Jahre hinweg Herausragendes für den Klub geleistet haben. Steven Reinprecht steht da natürlich ganz oben, aber auch Spieler wie Patrick Buzas, Marius Möchel und Patrick Köppchen haben immer alles für die Ice Tigers gegeben und sich mit dem Klub vollkommen identifiziert. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bei allen Spielern bedanken, die uns verlassen. Es ist sicherlich nicht leicht, solche Spieler wie die genannten zu ersetzen. Ich kann aber verraten, dass wir uns aktuell in finalen Verhandlungen mit einem Stürmer befinden, der die Mannschaft noch einmal deutlich verstärken würde. Mit ihm, dem bestehenden Kern und den anderen Neuzugängen, die wir in den nächsten Tagen und Wochen bekannt geben werden, sind wir auf jeden Fall sehr gut aufgestellt.

Steven Reinprechts Rückennummer 28 wird in Nürnberg nicht mehr vergeben. Wird dies zum Anlass genommen, die „Retired Numbers“ angemessener darzustellen?

Thomas Sabo: Wer mich kennt, weiß, dass ich mit den drei Trikots, die da fast unsichtbar unter der Hallendecke hängen, alles andere als zufrieden bin. Wir loten im Moment alle Möglichkeiten aus, wie man das alles deutlich professioneller darstellen kann. Natürlich muss das auch in enger Absprache mit dem Hallenbetreiber erfolgen, aber wir sind optimistisch, dass wir eine Möglichkeit finden, richtige Banner produzieren zu lassen und diese prominent in der Halle unterm Dach platzieren können. Zumindest für solche Überlegungen ist es ja ganz praktisch, in der Sommerpause etwas mehr Zeit zur Verfügung zu haben als man sich erhofft hatte, zumal unser Satire-Team sich ja in den Urlaub verabschiedet hat (lacht).

Am Mittwoch beginnt der Dauerkartenverkauf für die neue Saison. Hat die Qualifikation für die Champions Hockey League einen Einfluss auf die Preisstruktur?

Thomas Sabo: Ja, realistisch gesehen ist das auch gar nicht anders möglich. Die CHL ist für den gesamten Klub eine große Sache und wir freuen uns sehr darauf, alles dafür zu tun, das Image dieses starken Wettbewerbs weiter zu steigern. Deswegen sind alle möglichen Heimspiele der CHL in beiden Dauerkarten-Varianten inkludiert. Es ist uns sehr wichtig, dass wir auch in der CHL eine möglichst volle Halle und überragende Stimmung haben, dafür sind die Dauerkartenbesitzer als starkes Fundament einfach unerlässlich. Fakt ist aber auch, dass sich im Eishockey mit der Champions League aktuell kein Geld verdienen lässt. Natürlich denkt jeder an den Fußball, wo mit der Champions League das ganz große Geld gemacht wird. Im Eishockey ist es so, dass man durch die hohen Reise- und Spieltagskosten am Ende vielleicht gerade so – wenn überhaupt – mit einer schwarzen Null dasteht. Natürlich hätten wir unseren Fans die CHL-Spiele am liebsten als Dankeschön für die tolle Unterstützung in den letzten Jahren geschenkt, aber das ist wirtschaftlich einfach nicht darstellbar. Deswegen unterscheiden sich die Preise für die „All Inclusive“-Dauerkarte im Vergleich zum Vorjahr eben um diese drei garantierten CHL-Spiele und um einen kleinen Zuschlag, den der Klub einfach benötigt.

In den vergangenen Jahren hat sich oft gezeigt, dass die Teams, die sich für die CHL qualifiziert haben, gerade am Anfang im Ligabetrieb mit Problemen zu kämpfen hatten. Sehen Sie das als Problem?

Thomas Sabo: Das steht und fällt natürlich mit einer klugen und durchdachten Personalpolitik. Unser Ziel ist ganz klar, in der Liga wieder oben mitzuspielen und uns in der CHL möglichst gut zu verkaufen. Wir nehmen diesen Wettbewerb sehr ernst, allerdings ist auch klar, dass dafür ein tieferer Kader benötigt wird, was sich am Ende natürlich auch beim Mannschaftsetat bemerkbar macht. Wir alle wollen erfolgreiches Eishockey in Nürnberg sehen, auch deswegen mussten die Dauerkartenpreise angepasst werden. In den vergangenen Jahren hat sich die „All Inclusive“-Dauerkarte für die Fans immer gelohnt und unser Ziel ist ganz klar, dass das auch in der neuen Saison so sein wird. Gerade im Vergleich zu den Einzeltickets in den Playoffs kann mit einer Dauerkarte immer noch viel Geld gespart werden. Ich hoffe weiterhin auf eine wirklich tolle Unterstützung und freue mich sehr auf die neue Saison.

Foto: Amory Salzmann